Die Historie der DGSP

1912 

Am 21.09. fand der erste sportmedizinische Kongress der Welt in Oberhof/Thüringen statt. Gleichzeitig gründete man das "Deutsche Reichskomitee zur wissenschaftlichen Erforschung der Leibesübungen" - der Beginn einer organisierten Sportmedizin weltweit. Deutschland gilt seitdem international als Mutterland der Sportmedizin.


1913
In Berlin wurde offiziell der Begriff "Sportarzt" eingeführt.

 

1920
Es erfolgte die Gründung der "Deutschen Hochschule für Leibesübungen" in Berlin mit einer eigenen sportmedizinischen Abteilung.

 

1925
Man erarbeitet erste Richtlinien zum Erwerb der Bezeichnung "Sportarzt" in Lehrgängen und Kursen.

 

1924
Es erfolgte eine Umbenennung in "Deutscher Ärztebund zur Förderung der Leibesübungen", dessen erster Vorsitzender F. A. Schmidt war. Nun wurde einmal jählich ein wissenschaftlicher Sportärztekongress abgehalten. Im selben Jahr erschien in Berlin die erste Fachzeitschrift für Sportmedizin.

 

1927
Auf dem Jahreskongress für Sportmedizin wurde offiziell festgestellt, dass Doping eine Gefährdung der Gesundheit und der sportlichen Moral mit sich bringen müsste.


1928
Auf Anregung des "Deutschen Ärztebundes zur Förderung der Leibesübungen" gründeten 11 Nationen eine internationale Vereinigung der Sportmedizin - dem heutigen Weltverband für Sportmedizin (FIMS).


1933
Es entstand die offizielle Bezeichnung "Deutscher Sportärztebund".

Mit der Ausbreitung der Leibesübungen an den deutschen Hochschulen hat die Sportmedizin, die bisher nur an einigen Universitäten vertreten war, vermehrt Eingang gefunden. Es wurden mehrere sportärztliche Institute geschaffen bzw. ausgebaut, an denen neben der praktischen sportärztlichen Arbeit auch die Lehre und Forschung auf sportmedizinischem Gebiet betrieben werden konnte. 1941 bestanden bereits 4 Sportmedizinische Institute (Hamburg, Berlin, Freiburg, Straßburg) und etwa 10 Sportärztliche Untersuchungs- und Beratungsstellen. Vor dem Krieg waren bereits mehrere Städte dazu übergegangen, Sportärztliche Untersuchungs- und Beratungsstellen mit hauptamtlich tätigen Sportärzten einzurichten.

Dem Deutschen Sportärztebund beraubte man seiner Selbstständigkeit und gliederte ihn als Untergruppe in den NS-Ärztebund ein. Damit ruhte die Geschichte des Deutschen Sportärztebundes als selbstständige Institution bis 1950.
 

1950
Am 14. Oktober 1950 wurde in Hannover auf einer Versammlung mit den Vorsitzenden der Landes-Sportärztebünde und um das Sportarztwesen besonders verdiente Ärzte beschlossen, den "Deutschen Sportärztebund" zu gründen. Es bestanden bereits die Sportärztebünde Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern, Westberlin sowie der Südwestdeutsche Sportärztebund. Mitglieder der Landes-Sportärztebünde waren gleichzeitig Mitglieder des Deutschen Sportärztebundes.

An den deutschen Universitäten regte sich das Interesse für die Sportmedizin nur sehr langsam. Die Universitäten Köln, Münster, Göttingen, München und die freie Universität Berlin haben wieder Sportärztliche Untersuchungsstellen eingerichtet, an denen hauptamtlich tätige Universitäts-Sportärzte eingesetzt sind, die neben der praktisch-sportärztlichen Arbeit auch die Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Sportmedizin betreiben.

Die Mitglieder des Bundes dürfen die Bezeichnung Sportarzt im Rahmen der durch den Bund aufgezeigten Tätigkeit in Vereinen und Veranstaltunen nur gebrauchen, wenn sie auf Grund festgesetzter Richtlinien auf Vorschlag des Landessportärztebundes eine besondere Anerkennung in Form eines Diploms vom Deutschen Sportärztebund erhalten haben.

Erster Präsident nach der Wiedergründung des Deutschen Sportärztebundes war Prof. Dr. Heiß aus Stuttgart. Der erste Kongress fand 1951 in Köln statt.

Die aus politischen Gründen 1933 verbotene sportmedizinische Zeitschrift erfuhr ebenfalls 1950 ihr Auferstehung.


1951
Die Richtlinien zum Erwerb der Bezeichnung "Sportarzt" wurden dem Wissensstand der Zeit angepasst und vervollständigt.

In der DDR fand ein erstes Sportärztetreffen statt.


1956
Aus der 1953 gebildeten Arbeitsgruppe für Sportmedizin ging die "Gesellschaft für Sportmedizin der DDR" hervor. Erster Präsident war Prof. Dr. Arnold.
 

1959
Ab 1959 wurde die Zeitschrift im Deutschen Ärzteblatt verlegt, wo sie zunächst unter der Bezeichnung "Sportarzt", später "Sportarzt und Sportmedizin" und danach bis heute unter den Namen "Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin" erschien.


1961
Es entstand die sportmedizinische Zeitschrift der DDR "Medizin und Sport" mit einem monatlichen Erscheinungszyklus.


1963
Der "Facharzt für Sportmedizin" wurde in der DDR eingeführt. Dieser erforderte eine fünfjährige Fachausbildung.

In den folgenden Jahren baute man den "Sportmedizinischen Dienst" in der DDR auf. Er war auf etwa 20 Orte flächendeckend verteilt und arbeitete mit ca. 1.800 Personen. Die maßgebliche sportmedizinische Forschung fand in den 70er Jahren weitestgehend im Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport in Leipzig statt.

In Kreischa entstand ein medizinisches Rehabilitationszentrum mit speziellem Bezug zum Hochleistungssport. Später errichtete man hier auch das Doping-Untersuchungslabor der DDR.

Im Gegensatz zum Deutschen Sportärztebund der Bundesrepublik Deutschland konnten in der Gesellschaft der DDR auch Vertreter aus medizinischen Hilfsberufen Voll-Mitglieder der sportmedizinischen Gesellschaft werden.


1965
Der Deutsche Sportärztebund führte ein wissenschaftliches Symposium als Anti-Doping-Veranstaltung in Berlin durch. Einheitlich erfolgte eine Ablehnung jeder Form des Dopings.
 

1967
Um die Qualität des Sportarztes zu verbessern, wurde die sogenannte "Zusatzbezeichnung Sportmedizin" entworfen.


1970
Die "Zusatzbezeichnung Sportmedizin" wurde vom Deutschen Ärztetag offiziell gebilligt.

Ein "Facharzt für Sportmedizin", wie er in der ehemaligen DDR existierte, wurde in der Bundesrepublik aus vielerlei Gründen abgelehnt.

 

1990
Es erfolgte die Vereinigung der beiden Deutschen Sportärzteverbände im Oktober auf dem Deutschen Sportärztekongress in München.


1999
Die Gesellschaft wurde in "Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP)" umbenannt. Diese Bezeichnung soll u. a. eine Stärkung des Präventionsgedankens beinhalten.