DGSP begrüßt Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit – Bewegungsförderung ist aber mehr als Rehasport
PRESSEMITTEILUNG
DGSP begrüßt Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit – Bewegungsförderung ist aber mehr als Rehasport
Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) begrüßt die Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit (FKG), die gesetzliche Krankenversicherung finanziell zu stabilisieren und zugleich Prävention stärker zu berücksichtigen. Besonders positiv bewertet die DGSP die Empfehlungen zur Einführung einer gestaffelten Steuer auf zuckergesüßte Getränke, zur Erhöhung der Tabaksteuer sowie zur stärkeren Besteuerung von Alkohol.
Wer Krankheitslast, Versorgungsbedarf und die langfristige Kostenentwicklung wirksam beeinflussen will, muss Prävention jedoch umfassender denken. Aus Sicht der DGSP gehören dazu auch die gezielte Förderung von Bewegung sowie die gesundheitsförderliche Gestaltung von Lebenswelten.
Körperliche Inaktivität und langandauerndes Sitzen zählen zu den wesentlichen Risikofaktoren für nichtübertragbare Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten, Diabetes mellitus Typ 2 und demenzielle Erkrankungen. Eine zukunftsfähige Präventionsstrategie sollte daher ausdrücklich auch die Reduktion von Sitzzeiten und die systematische Förderung körperlicher Aktivität im Alltag in den Blick nehmen. Dazu gehört u.a., die Präventionsangebote der Krankenkassen niedrigschwellig und lebensnah auszubauen. Einen etablierten Ansatz bietet hier das Rezept für Bewegung von DOSB, Bundesärztekammer und DGSP, das sich für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen eignet und einen niederschwelligen Zugang ermöglicht.
Darüber hinaus müssen auch die Bedingungen verbessert werden, unter denen Menschen leben, lernen, arbeiten und älter werden. Kommunen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie sind zentrale Orte gesundheitsförderlicher Lebenswelten – von bewegungsfreundlicher Stadt- und Verkehrsplanung über Bildungs- und Betreuungseinrichtungen bis hin zu sozialen Räumen, Quartieren und betrieblichen Kontexten. Kommunale Verhältnisprävention sollte deshalb in der weiteren Reformdiskussion systematisch gestärkt werden.
Ein weiterer unverzichtbarer Baustein ist die Förderung von Gesundheitskompetenz. Dabei geht es nicht nur um die individuelle Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu verstehen und gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen, sondern auch um die organisationale Gesundheitskompetenz von Einrichtungen. Das Gesundheitswesen, Kommunen, Bildungseinrichtungen wie Kitas, Schulen, Universitäten/Hochschulen, Vereine und Betriebe sollten so aufgestellt sein, dass sie Orientierung geben, Zugänge erleichtern und gesundheitsförderliches (aktives) Verhalten wirksam unterstützen.
Zum Hintergrund:
Ergebnisse der FinanzKommission Gesundheit (veröffentlicht am 30.03.2026): https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/finanzkommission-gesundheit-ergebnisse-30-03-26

