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Kommentar zu aktuellen Publikationen für den Bereich Sportmedizin

18.01.2019

Kardiopulmonale Reanimation

Zum Thema Kardiopulmonale Reanimation liegen zwei Stellungnahmen der AHA/ACC vor, die wir allen Ärzten, insbesondere den Sportärzten ans Herz legen. Hier finden Sie die aktuellen Standards oder Leitlinien, die sie auch für die Praxis und Klinik allgemein verwenden können.Damit sind Sie für die Reanimation auf dem neuesten Stand (Circulation 2018).

 

Herzstillstand im Sport

In einer Gruppe älterer Sportler (Alter 52 J. Im Mittel) wurde die Ursache eines plötzlichen Herz-Kreislaufstillstandes untersucht. Im Vergleich zu einer Nicht-Sportler-Gruppe zeigten sich keine großen Unterschiede, auch bei den Sportlern stand die koronare Herzkrankheit im Vordergrund als Ursache,  wenn gleich die Risikofaktoren etwas geringer waren, besonders beim Rauchen. Die Überlebensrate der Sportler war aber signifikant besser als die der Nichtsportler.Es ist wichtig, auch bei älteren Sporttreibenden darauf hinzuweisen, dass sie nicht gegen kardiale Komplikationen gefeit sind. Eine Information über Herzbeschwerden und deren Beachtung ist daher unbedingt erforderlich. (Karam, N. et al., Circulation 2018)

 

Sport nach  Defibrillator-Implantation

Inzwischen ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass Sportler, auch Leistungssportler, aus verschiedenen Indikationen heraus eine Defibrillator implantiert bekommen.

Die Studie aus dem Labor von Frau R.Lampert zeigt dass diese mehrheitlich jungen Sportlern ihren Sport ohne größere Komplikationen weiter betreiben können.Es kommt zwar zu Schockabgaben, auch beim Sport, diese werden aber ohne <Komplikationen vertragen. Allerdings sollte man Sportarten wie Schwimmen oder andere, bei denen Andere oder der Sportler selber gefährdet werden kann, soweit wie möglich vermeiden

(Saarel, EV et al. ,Circulation Arrhythm.Electrophysiol. 2018).

 

Kognitive Funktion und Demenz-Prävention

Zur Frage der kardiovaskulären Gesundheit im Alter und kognitiven Störungen oder Demenz zeigte sich eine enge Korrelation zur normalen  (gesunden) Herz-Kreislauffunktion. Eine Prävention durch Beachtung von Nicht-Rauchen ,Normalgewicht, gesunder Diät und körperlichem Training verzögert oder verhindert eine mögliche Demenz oder kognitiver Störungen (Samieri,C. et al., JAMA 2018).

 

Dies wird durch eine Studie durch Morris et al.,(PlosOne, 2017 open access) bestätigt, wonach aerobes Training über die verbesserte kardiopulmonale Funktion das Gedächtnis verbessert und die Abnahme des Hypokampus-Volumen als Hinweis auf eine Atrophie oder mögliche kognitive Beeinträchtigung verhindert.Eine wichtige Studie für die Bedeutung der Demenz-Prävention durch regelmäßiges körperliches Training.

 

Lebenslange körperlichen Aktivität

In einer sehr differenzierten Studie einschließlich Rechtsherzkatheter aus dem Labor von Ben Levine, Dallas,konnte gezeigt werden, dass regelmäßiges Training über möglichst lange Zeit (Lebenszeit) zu einer nachweisbaren Verbesserung der Herzfunktion und der Kopplung (Zusammenspiel) der Herzvorhöfe mit den Herzkammern führt, also die Synchronisierung der kardialen Aktion verbessert wird. Dies ist ein neuer Befund aus der Hämodynamik bei körperlichem Training  (Hieda,M. Et al., Circulation 2018).

 

Dies wird zugleich bestätigt durch eine andere Studie von Mandsager et al. (JAMA ,openaccess2018), wonach ein Training zu einer verbesserten Fitness führt (maximale Leistung auf dem Ergometer) und zugleich zu einer verminderten Mortalität im Vergleich zu nicht „fitten“ Personen.

 

Training im Krankenhaus

Hervorzuheben ist eine Studie aus Spanien. Die Autoren, Geriater, führten ein Trainingsprogramm im Krankenhaus bei sehr alten Patienten durch. (Eine Forderung, die die DGSP und die EFSMA schon seit längeren vertreten).Die Ergebnisse bei den älteren Patienten zeigten eine deutliche Verbesserung verschiedener Funktionen, des Barthel -Index und der kognitiven Funktion.Patienten, die bewegungsfähig und kognitiv in der Lage sind zu einem Training, sollte möglichst immer und rasch im Krankenhaus einem individualisierten Trainingsprogramm zugeführt werden (Martinez-Velilla N et al.,JAMA 2018).

 

Periphere arterielle  Verschlusskrankheit  (PAVK)

Ein weitere Stellungnahme betrifft die Frage eines Trainings bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit.Hierzu werden neue Leitlinien vorgestellt, die ebenfalls ein körperliches (Geh-) Training beinhalten.Dabei wird die Evidenz  mit der höchsten Klassifizierung aufgeführt (AI). Das bedeutet, eine Behandlung bei PAVK ohne Training ist schon fast ein Kunstfehler (Treat - Jacobson D. et al.,Circulation 2018).

 

Herbert Löllgen, Remscheid

 

Foto: Neuigkeiten aus der Kardiologie

 
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